In liebevoller Erinnerung an Maple (28.09.2026)
Montag, 28. September 2026 von Andrea Behma-Schiefer
Unser Weg mit der Hunde-Demenz
In liebevoller Erinnerung an Maple
Es fällt mir nicht leicht, diese Zeilen zu schreiben, aber es ist eine Herzensangelegenheit.
Meine süße Maple war schwer an Demenz erkrankt. Ihre Blutwerte und ihre körperliche Gesundheit waren bis zuletzt hervorragend, doch mental ging es ab Ende letzten Jahres steil bergab. Rückblickend begann die Erkrankung schon viel früher – so schleichend und unauffällig, dass es anfangs kaum aufzufallen schien.
Gemeinsam mit unserer Tierärztin versuchten wir alles. Schulmedizinische Medikamente mussten wir rasch wieder absetzen, da Maple davon nur noch schlief. Wir stiegen auf homöopathische Unterstützung um und hofften auf den Frühling. Maple hatte es immer geliebt, draußen in der Sonne zu liegen. Doch in diesem Jahr war alles anders: Der Garten löste nur noch Panik in ihr aus. Wind, Licht, Alltagsgeräusche und selbst die anderen Hunde machten ihr Todesangst.
Wenn die Angst die Überhand nimmt
Maple kam gar nicht mehr zur Ruhe. Sie wanderte rastlos umher, besonders nachts, und bellte viel. Autofahrten oder Spaziergänge waren vor lauter Panik nicht mehr möglich. Auch das Fressen wurde zur Herausforderung: Nahrung nahm sie nur noch püriert und löffelweise an. Vor Leckerlis hatte sie große Angst. In den letzten Monaten schlief sie kaum noch – und ich mit ihr.
Zusätzlich ließ ihre Orientierung und Motorik nach. Die Treppe kam sie zwar noch hoch, aber hinunter nur noch mit großer Mühe. Die Angst, dass sie stürzen könnte, war mein ständiger Begleiter. Auch für unser Rudel war die Situation schwer: Die anderen Hunde verstanden Maples verändertes Verhalten nicht mehr und zogen sich verängstigt zurück.
Vor sechs Wochen ging schließlich nichts mehr. Maple war am Ende ihrer Kräfte, und wir waren es auch. Unsere Tierärztin sprach aus, was wir tief im Herzen schon spürten: Dieser Weg ist zu Ende. Es gab keine Lebensqualität mehr für unsere kleine Maus.
Ein friedlicher Abschied
Wir durften außerhalb der regulären Öffnungszeiten in die Praxis kommen, um Maple jeden zusätzlichen Stress zu ersparen. Sie durfte im Beisein ihrer Lieblings-Ärztin ganz friedlich in Wolfgangs Armen einschlafen. Als sie einschlief, war sie das erste Mal seit Monaten wieder vollkommen ruhig – und wirkte auf eine Art und Weise das erste Mal seit langem glücklich und erlöst.
Was ich anderen Hundebesitzern mitgeben möchte:
Demenz trifft nicht nur Uralte: Die Erkrankung kann schon im Alter von 7 bis 8 Jahren schleichend beginnen.
Symptome ernst nehmen: Achtet auf jede noch so kleine Verhaltensänderung und sprecht frühzeitig mit eurem Tierarzt.
Frühzeitig unterstützen: Angepasste Ernährung, spezielle Nahrungsergänzungsmittel und gezielte Kopfarbeit können im Anfangsstadium helfen.
Die Reißleine ziehen: So schwer es ist: Macht euch bewusst, wenn das Leben für euren Hund nicht mehr lebenswert ist, er in seiner eigenen Angst gefangen ist und keine Lebensqualität mehr hat.
Hunde-Demenz ist für Tiere genauso beängstigend wie für uns Menschen. Die Lücke, die Maple hinterlässt, ist riesengroß. Sie war mein absoluter Herzenshund, immer an meiner Seite. Nicht nur wir, sondern auch Holly und Ludo vermissen sie unendlich. Du bleibst für immer unser Blumen-Baby – tief in unseren Herzen.












